Sicherer Umgang mit Gasflaschen

Sicherer Umgang mit Gasflaschen

In vielen Betrieben werden täglich Gasflaschen verwendet. Oft unterliegen wir dem Trugschluss, dass ihr Einsatz ungefährlich ist, da im privaten Bereich jeder Laie Gasflaschen nutzen darf, ohne Sicherheitskenntnisse nachweisen zu müssen. Jedoch ist in jedem einzelnen Anwendungsfall Vorsicht geboten, denn Fehler bei der Handhabung von Gasflaschen können verheerende Folgen haben. Daher sollten Sie sich im betrieblichen Alltag an einige Sicherheitsvorschriften im Umgang mit Gasflaschen halten und auch Ihre Mitarbeiter dafür sensibilisieren. In unserem Praxisratgeber geben wir Ihnen hilfreiche Tipps.



Welche Vorschriften gelten für Tätigkeiten mit Gasen?

Welche Vorschriften gelten für Tätigkeiten mit Gasen?

Gasflaschen gehören zu den ortsbeweglichen Druckgasbehältern und kommen in zahlreichen Branchen zum Einsatz. Zum Beispiel beim Schweissen in Werkstätten, bei Arbeiten im Labor oder als Kältemittel bei Kühl- und Gefrieranwendungen. So vielfältig wie die Anwendungsgebiete von Gasflaschen sind auch die Vorschriften, die sich mit ihrer sicheren Handhabung beschäftigen.

Für den Umgang mit Gasen und Druckgasbehältern gibt es in der Schweiz zahlreiche Sicherheitsvorschriften. Diese enthalten Anforderungen an die Beschaffenheit von Druckgasbehältern und deren Prüfung, Vorschriften zur Gefährdungsbeurteilung sowie Schutzmassnahmen für Tätigkeiten mit Gasen, für deren Lagerung und den Transport. All diese Vorschriften bilden die Rahmenbedingungen für einen sicheren Umgang mit Gasen im gewerblichen Umfeld.

Folgende Dokumente bilden die gesetzliche Grundlagen für den Umgang mit Gasen:

Grundlage Dokument
Bundesgesetz Unfallversicherung (UVG), Artikel 82
Bundesgesetz Sicherheit von technischen Einrichtungen und Geräten (STEG), Artikel 1 und 3
Verordnung Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV)
Verordnung Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Druckgeräten
Verordnung Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse (SDR)
Suva Publikation Gasflaschen: Lager, Rampen, Gasverteilsysteme (Nr. 66122)
Suva Publikation Grenzwerte am Arbeitsplatz (Nr. 1903)
Suva Publikation Explosionsschutz: Grundsätze, Mindestvorschriften, Zonen (Nr. 2153)
VKF Vorschriften Brandschutzvorschriften 2015
EKAS Richtlinie Druckgeräte (Nr. 6516)

Welche Gefahren birgt der Umgang mit Gasen?

Welche Gefahren birgt der Umgang mit Gasen?

Der Umgang mit Gasen birgt viele Gefahren – aber mit dem richtigen Wissen lassen sich Risiken effektiv minimieren. Personen, die im betrieblichen Alltag mit Gasen arbeiten, sollten daher für die unterschiedlichen Gefahrenquellen sensibilisiert werden.

Gase sind äusserst vielseitige Stoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften. Während von entzündlichen Gasen das Risiko einer Explosion ausgeht, sind brandfördernde Gase zwar selbst nicht entzündlich, fördern aber die Verbrennung anderer Stoffe. Darüber hinaus gibt es gesundheitsschädliche, gesundheitsgefährdende, giftige und hautkorrosive Gase, von denen vor allem Gesundheitsgefahren für die Mitarbeiter ausgehen. Zudem verringern Gase (alle ausser Sauerstoff selbst) den Sauerstoffgehalt in geschlossenen und engen Räumen und können anwesende Personen durch Sauerstoffmangel gefährden.

Es ist wichtig, Gefahren durch Gase immer im Einzelfall zu beurteilen. Eine Hilfestellung zur Herangehensweise an eine Gefährdungsbeurteilung von Gasen geben wir Ihnen im Folgenden an die Hand.


Was ist bei der Gefährdungsbeurteilung für Gase zu beachten?

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Element im betrieblichen Arbeitsschutz. Sie ist die Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. Das Arbeitsgesetz bildet mit Artikel 6 die gesetzliche Basis dafür. Die Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz wird im Grundsatz in Artikel 2 konkreter: "Der Arbeitgeber muss alle Massnahmen treffen, die nötig sind, um den Gesundheitsschutz zu wahren und zu verbessern und die physische und psychische Gesundheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten.

Die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) bietet Listen zur generellen Gefährdungsermittlung an sowie Massnahmen, um den Gefährdungen vorzubeugen.


Wer führt die Gefährdungsbeurteilung für Gase durch?

Die Gefährdungsbeurteilung muss von einer fachkundigen Person durchgeführt werden. Diese hat ausreichende Kenntnisse über die gefährlichen Eigenschaften der verwendeten Gefahrstoffe und ist mit den Arbeitsabläufen und den auszuübenden Tätigkeiten vertraut. Sie kennt die Vorschriften, kann die Arbeitsbedingungen beurteilen und die festgelegten Schutzmassnahmen während einer Tätigkeit bewerten. In der betrieblichen Praxis wird diese Aufgabe in aller Regel von Sicherheits-, Abfall-, Gefahrgut- und Brandschutzbeauftragten übernommen.

Gefährdungsbeurteilung von Gasen: Das ist zu beachten

Als erstes gilt es, die für die Gefährdungsbeurteilung wichtigen gefährlichen Eigenschaften der Gase zu erkennen, die in Ihrem Betrieb eingesetzt werden. Daher sollten Sie zunächst einen gründlichen Blick in das Sicherheitsdatenblatt werfen – denn hier sind die gefährlichen Eigenschaften ersichtlich. Zusätzlich sind die einzelnen Gasflaschen seit 1. Juli 2006 mit der entsprechenden Kennzeichnung nach DIN EN 1089-3 versehen.

Zusätzliche Hilfestellung kann auch die Farbgebung der Gasflaschen selbst geben (mehr Informationen zur Kennzeichnung von Gasflaschen finden Sie im Folgenden). Allerdings dient diese farbliche Kennzeichnung ausschliesslich als Hilfestellung und ist nicht verbindlich!

Ausserdem müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden, da der Umgang mit Gasen und Gasflaschen auch von folgenden Einflüssen beeinträchtigt werden kann:

Das ist bei der Gefährdungsbeurteilung von Gasen zu beachten
  • Explosionsgrenzen (OEG/UEG können bei erhöhter Temperatur/Druck verschoben werden)

  • Temperatur (kann zu Druckerhöhung im Druckgasbehälter führen)

  • Chemische Eigenschaften (z.B. Instabilität)

  • Selbstentzündlichkeit (erhöhte Brand-/Explosionsgefahr)

  • Korrosion (z.B. Schwefeldioxid, kann Behälter angreifen)

  • Giftige Gase (z.B. Chlor)

  • Erstickungsgefahr

  • Gase schwerer als „Luft“ (können sich in Bodennähe sammeln)

  • Polymerisation

Dabei ist zu beachten, dass die Gefahren beim Umgang mit Gasen so vielfältig auftreten, dass an dieser Stelle nur einige der Einflüsse angegeben werden können. Eine genaue Analyse der Gefährdungen durch das zu beurteilende Gas müssen im Einzelfall vorgenommen werden.

Nachdem nun die Gefährdung durch das verwendete Gas analysiert und bewertet wurde, muss die Handhabung betrachtet werden. Dies schliesst unter anderem den innerbetrieblichen Transport und die Verarbeitung/Handhabung durch die Mitarbeiter mit ein. Die folgenden Situationen beschreiben exemplarisch besondere Gefährdungen:

  • Unbeabsichtigte Freisetzung (z.B. undichte Anschlüsse an Armaturen)

  • Mischen von Gasen (z.B. bei Schweissarbeiten mit Acetylen/Sauerstoff)

  • Äusserliche Einwirkung auf den Druckgasbehälter (z.B. Umfallen)

  • Unsachgemässe Wartung (z.B. Druckregler an der Armatur defekt)

  • Abweichung vom vorgeschriebenen Einsatzzweck

Wichtig: Es ist nicht möglich, eine „Standard-Gefährdungsbeurteilung“ für alle Gase zu erstellen. Jedes Gas muss einzeln betrachtet und entsprechend den Gefährdungen, die sich daraus ergeben, bewertet werden. Eine Ursachenbetrachtung kann hier weitere Unterstützung bieten. Zusätzlich sollten bei der Gefährdungsbeurteilung von Gasen die Techniker, Anwender oder Bediener miteinbezogen werden, um eventuelle Sichtweisen auf Gefährdungen zu erhalten, die vorher für den Ersteller der Gefährdungsbeurteilung nicht ersichtlich waren.


Kennzeichnung von Gasflaschen

Egal, ob als Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung oder unmittelbar vor dem Gebrauch: Für den Anwender ist es essentiell zu wissen, was genau sich in einer Gasflasche befindet. Die wichtigste Informationsquelle ist hier der auf der Gasflasche angebrachte Gefahrgutaufkleber. Er enthält alle notwendigen Informationen zu den Stoffeigenschaften des enthaltenen Gases wie zum Beispiel die UN-Nummer und die genaue Bezeichnung des Stoffes, Informationen zu seiner Zusammensetzung, Angaben des Herstellers sowie Gefahren- und Sicherheitshinweise.

Aber auch die Farbe der Gasflasche selbst liefert erste Hinweise auf ihren Inhalt – und ist bereits erkennbar, wenn der Gefahrgutaufkleber aus grosser Entfernung noch nicht lesbar ist. Die Kennzeichnung von Gasflaschen wird seit 1997 durch die EN 1089 geregelt. Diese gibt unter anderem auch eine einheitliche Farbgebung vor (EN 1089-3), welche als zusätzliche Information über die Eigenschaften der enthaltenen Gase dient. Eine Übersicht liefern Ihnen unsere Infografiken (siehe im Folgenden Tafel 1 bis 4).

Die Kennzeichnung von Gasflaschen liefert wichtige Informationen.

Achtung: Die Farbcodierung nach EN 1089-3 bezieht sich lediglich auf die Flaschenschulter, nicht auf die Mantelfarbe. Die Norm gilt nicht für Bündel- und Trailerflaschen sowie für Feuerlöscher und Gasflaschen für Flüssiggas. Während der Übergangszeit bis Ende des Jahres 2006 wurde zusätzlich auf den Flaschen ein grosses "N" aufgedruckt (= Neu, New, Nouveau), um Verwechslungen mit alten Flaschen zu vermeiden.

Die Flaschenfarbe ersetzt nicht den Gefahrgutaufkleber! Dieser ist die einzig verbindliche Kennzeichnung des Flascheninhaltes.


Wie können Gasflaschen sicher gelagert werden?

Grundsätzlich geltende Sicherheitsvorschriften

Gasflaschen können bei unsachgemässer Lagerung eine erhebliche Gefahr darstellen – zum Beispiel durch unkontrollierten Austritt von Gasen aufgrund von Beschädigungen des Druckgasbehälters oder Explosion bei grosser Hitzeeinwirkung. Daher sind Gasflaschen generell vor 5 Dingen zu schützen: Starke Erwärmung, Feuer, Korrosion, mechanische Beschädigung und unbefugter Zugriff. 

Gasflaschen sind vor starker Erwärmung zu schützen
Gasflaschen sind vor starker Erwärmung zu schützen
Gasflaschen dürfen keinem Feuer ausgesetzt sein
Gasflaschen dürfen keinem Feuer ausgesetzt sein
Gasflaschen müssen korrosionsgeschützt gelagert werden
Gasflaschen müssen korrosionsgeschützt gelagert werden
Manuelle Beschädigungen sind zu verhindern
Manuelle Beschädigungen sind zu verhindern
Unbefugten ist das Betreten des Lagers verboten
Unbefugten ist das Betreten des Lagers verboten

Zunächst sind einige Anforderungen an den Standort des Gasflaschenlagers zu berücksichtigen, denn Gasflaschen dürfen nicht einfach an einer willkürlichen Stelle im Betrieb gelagert werden. Nicht zulässig ist die Lagerung von Gasflaschen in Treppenhäusern, engen Durchgängen oder Durchfahrten, Garagen,  Arbeitsräumen und Räumen unter Erdgleiche. Verkehrs- und Fluchtwege dürfen durch gelagerte Gasflaschen nicht beeinträchtigt werden. Ebenso darf ein Gasflaschenlager dem allgemeinen Verkehr nicht zugänglich sein. Unbefugten ist das Betreten des Gasflaschenlagers zu verbieten. Das Gasflaschenlager ist unter Verschluss zu halten. Es sind entsprechende Verbotsschilder anzubringen.

Zu Anlagen und Einrichtungen, von denen Gefahren wie z.B. starke Erwärmungen ausgehen können, ist ein Sicherheitsabstand von mehr als fünf Metern einzuhalten. Wichtig: Der Schutzbereich darf sich nicht auf Nachbargrundstücke oder öffentliche Verkehrsflächen erstrecken. Gruben, Kanäle, Bodenabläufe und Kellerniedergänge sind im Schutzbereich auszuschliessen. Werden brennbare Gase gelagert, gilt darüber hinaus: Keine Zündquellen im Schutzbereich. Zudem ist ein Feuerlöscher griffbereit vorzuhalten. In Lagerräumen für brennbare Gase muss mindestens eine Tür unmittelbar ins Freie führen.

Für die Zusammenlagerung verschiedener Gasarten im Freien gibt es keine Einschränkungen. Jedoch gibt es Beschränkungen für die Zusammenlagerung in Räumen – insbesondere, wenn entzündbare/entzündliche, oxidierende/brandfördernde und akut toxische bzw. giftige Gase gelagert werden. Achten Sie generell auf angemessene Sicherheitsabstände zwischen den verschiedenen Gasflaschen und Ihrer Gefährdungsbeurteilung.

Um mechanische Gefährdungen zu verhindern, sollten Druckgasflaschen möglichst stehend gelagert werden. Bei Flüssiggasflaschen ist eine liegende Lagerung gar nicht zulässig. In jedem Fall sind die Gasflaschen so zu lagern, dass sie sicher stehen (bzw. liegen, wenn eine stehende Lagerung nicht umsetzbar ist) und gegen Fortrollen, Umfallen und Herabfallen gesichert sind. Gefährdungen durch Fahrzeuge oder andere Betriebsmittel müssen ausgeschlossen werden. Hier kann z.B. das Anbringen eines geeigneten Anfahrschutzes hilfreich sein. Achten Sie stets darauf, dass die Ventile der Gasflaschen mit Schutzkappen und ggf. Verschlussmuttern gesichert sind. Innerhalb des Lagers dürfen keine Gasflaschen umgefüllt, befüllt oder anderweitig Instand gesetzt werden.

Die Lagerung von Gasflaschen im Aussenbereich ist die beste Alternative.

Lagerung im Aussenbereich

In der Regel ist eine Lagerung von Gasflaschen im Freien die beste Alternative, denn hier kann eine ausreichende Belüftung auf ganz natürliche Weise umgesetzt werden. Als Lager im Freien gelten auch solche, die mindestens nach zwei Seiten offen sind, oder nur an einer Seite offen sind, wenn die Tiefe – von der offenen Seite aus gemessen – nicht grösser ist als die Höhe der offenen Seite. Eine Seite des Raumes gilt auch dann als offen, wenn sie aus Drahtgitter oder dergleichen besteht.

Gasflaschenschränke und Gasflaschencontainer zur Aussenaufstellung bieten hier optimale Bedingungen für die sichere und gesetzeskonforme Lagerung von Gasflaschen. Sie verfügen über Seitenwände aus Maschengitter oder Lüftungsschlitze in den Wänden, die eine natürliche Belüftung ermöglichen. Überdachungen sorgen für einen ausreichenden Witterungsschutz. Viele Gasflaschenschränke und -container sind zusätzlich mit Haltevorrichtungen oder Sicherungsketten ausgestattet, die effektiv helfen, ein Umfallen der Gasflaschen zu verhindern. Ein weiterer Vorteil: Gasflaschenschränke und -container sind in der Regel abschliessbar und erfüllen somit auch die Anforderung an ein vor unbefugtem Zugriff geschütztes Lager.

Lagerung im Innenbereich

Ein Gasflaschenlager im Freien ist aus vielen Gesichtspunkten ideal, aber nicht immer umsetzbar. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Schutzmassnahmen ist jedoch auch die Lagerung von Gasflaschen im Gebäude möglich. Neben einer ausreichenden Be- und Entlüftung müssen unter anderem auch folgende Anforderungen erfüllt sein:

 

  • Decken, Trenn- und Aussenwände von Lagerräumen müssen mindestens feuerhemmend ausgeführt sein
  • Lagerräume müssen durch selbstschliessende feuerhemmende Türen gegenüber anschliessenden Räumen abgetrennt sein
  • In Lagerräumen für brennbare Gase dürfen nur elektrische Anlagen und Betriebsmittel in explosionsgeschützter Ausführung verwendet werden
  • Der Fussbodenbelag muss aus schwer entflammbarem Material bestehen
  • Zwischen Gasflaschen mit brennbaren Gasen und solchen mit brandfördernden Gasen muss in Lagerräumen ein Mindestabstand von 2 Metern eingehalten werden.
  • In Lagerräumen dürfen keine Gruben, Kanäle, Bodenabläufe und Schornsteinreinigungsöffnungen vorhanden sein
  • Der Abstand von Druckgasflaschen zu Heizkörpern u. ä. muss mindestens 0,5 Meter betragen

Eine sinnvolle Alternative bieten feuerbeständige Gasflaschenschränke von DENIOS. Diese sind typgeprüft nach DIN EN 14470-2, erfüllen die Anforderungen an Lagerräume und sind somit zur Innenaufstellung geeignet.

Neben einem entsprechenden Luftwechsel sorgen umfangreiche Ausstattungsmerkmale wie Abluftanschluss, Justierhilfen zum Ausgleich bei Bodenunebenheiten, Rohrdurchführungen für Anschlussleitungen und Montageschienen für optimale Funktionalität. Mit Druckgasflaschenschränken vom Typ G90 (90 Minuten Feuerwiderstandsfähigkeit) und G30 (30 Minuten Feuerwiderstandsfähigkeit) ist auch die Bereitstellung, Entnahme und Lagerung von/aus Druckgasflaschen in Arbeitsräumen unkompliziert möglich.

Gasflaschenschränke mit Brandschutz zur Innenaufstellung

Ein Gasflaschenlager im Freien ist aus vielen Gesichtspunkten ideal.

Wichtig: Berücksichtigen Sie bei der Lagerung von Gasflaschen immer auch unbedingt Ihre Gefährdungsbeurteilung! Entsprechende Sicherheitsmassnahmen sollten stets im Einzelfall abgestimmt und umgesetzt werden. Denken Sie auch daran, Ihre Mitarbeiter regelmässig im Umgang mit Gasflaschen sowie über die Betriebsanweisungen gemäss Gefahrstoffverordnung zu unterweisen.


Sicheres Arbeiten mit Gasflaschen

Generell sollten Sie Sicherheitsmassnahmen und -vorschriften für die Nutzung von Gasflaschen in Ihrem Betrieb anhand Ihrer vorherigen Gefährdungsbeurteilung festlegen. Hier jedoch einige allgemeine Hinweise: Alle wichtigen Informationen zu den sicherheitsrelevanten Eigenschaften der Gase und Hinweise zu konkreten Sicherheitsmassnahmen liefert Ihnen das Sicherheitsdatenblatt, das Ihnen Ihr Gaslieferant zur Verfügung stellt. Unterweisen Sie die Beschäftigten regelmässig und in angemessenem Umfang über das Betreiben von Druckgasbehältern, die besonderen Gefahren und die Massnahmen, die bei Unfällen und Störungen umzusetzen sind. Gerade beim Flaschenwechsel ist besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten. Vor Gebrauch sollte beispielsweise die vorgeschriebene Persönliche Schutzausrüstung (PSA) angelegt und – falls vorhanden – die Absaugeinrichtung eingeschaltet werden. Wenn möglich, sollte auch für ausreichend natürliche Lüftung gesorgt werden.

Vergewissern Sie sich vor der Nutzung bzw. vor dem Flaschenwechsel, dass Sie die richtige Gasflasche anschliessen und beachten Sie die spezifischen Stoffeigenschaften des Inhalts. Prüfen Sie Leitungen und Schläuche regelmässig auf Schäden und vergewissern Sie sich, dass alle Anschlüsse dicht sind. Damit Beschädigungen an Schläuchen auch zukünftig vermieden werden, achten Sie darauf, dass diese nicht an Ecken und Kanten scheuern oder über Verkehrswege reichen, wo sie überfahren werden könnten. Armaturen, Schläuche und Werkzeuge für Sauerstoff müssen stets frei von Fett, Öl und Verschmutzungen sein, da sonst die Gefahr einer Selbstentzündung besteht. Sichern Sie die Gasflasche auch am Arbeitsplatz gegen Umfallen und schliessen Sie die Flaschenventile bei längeren Arbeitsunterbrechungen.


Worauf ist beim Transport von Gasflaschen zu achten?

Wussten Sie schon, dass das Gewicht einer Gasflasche mehr als 70kg betragen kann? Dies birgt eine nicht zu unterschätzende Verletzungsgefahr, vor allem beim Transport. Nicht nur Personen können sich bei unsachgemässem Handling an der Gasflasche verletzten. Auch das Risiko, die Gasflasche zu beschädigen, ist bei der Beförderung stark erhöht. Bei einem Sturz kann beispielsweise das Ventil – die schwächste Stelle der Gasflasche – abreissen und zu einem schlagartigen Austritt der unter Druck stehenden Inhalte führen. Gasflaschen können sich so in regelrechte Geschosse verwandeln, die sogar Betonwände durchschlagen können. Daher sollten unbedingt einige Sicherheitsanforderungen beachtet werden, wenn Gasflaschen transportiert werden müssen. Generell sollten Sie Gasflaschen ausschliesslich mit aufgeschraubter Ventilkappe transportieren und die Gasflaschen auch beim Transport vor übermässiger Wärmeeinwirkung schützen, um Drucksteigerungen in der Flasche zu verhindern.

Transport von Gasflaschen auf dem Betriebsgelände

Denken Sie auch hier zunächst daran, die passende PSA anzulegen (z.B. Sicherheitsschuhe und Schutzhandschuhe). Stossen, Werfen und liegendes Rollen sind beim Transport von Gasflaschen absolut tabu. Generell sollten Gasflaschen möglichst auch nicht von Personen getragen oder stehend gerollt werden. Nutzen Sie stattdessen Gasflaschenwagen und -transportgestelle. Diese professionellen Hilfsmittel sind insbesondere bei regelmässig anfallenden Tätigkeiten empfehlenswert und verfügen über zahlreiche Sicherheitsausstattungen, die das Umfallen, Wegrollen und Anstossen der Gasflaschen beim Transport verhindern. Ist ein Transport der Gasflasche in andere Stockwerke notwendig, dürfen sich Personen und Gasflaschen niemals zusammen im Aufzug befinden. Befördern sollten Sie Gasflaschen nur per Kran, wenn diese auf einer Palette stehen. Hierfür bieten wir in unserem Online Shop spezielle kranbare Gasflaschenpaletten an. Auch Gasflaschenwagen und -transportgestelle für Gabelstapler oder Hubwagen finden Sie in unserem umfangreichen Sortiment.

Produkte für sicheres Gasflaschenhandling

DENIOS bietet zahlreiche Produkte für sicheres Gasflaschenhandling an.

Transport von Gasflaschen auf öffentlichen Strassen

Beim Transport von Gasflaschen auf öffentlichen Strassen sind die Vorschriften des ADR (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse) zu beachten. Informieren Sie sich vor dem Transport über die höchstzulässigen Gesamtmengen je Beförderungseinheit (Freigrenzen) für Ihre Stoffe. Auch auf die Bestimmungen zur Zusammenladung mit anderen Gefahrgütern ist zu achten.

Bleiben die von Ihnen transportierten Mengen unterhalb der Freigrenze, so gelten folgende Grundsätze:

  • Ausschliesslich Beförderung von dichten Gasflaschen mit Ventilschutz (z.B. durch Schutzkappen)

  • Keine Öffnung der Versandstücke

  • Anbringung der vorgeschriebenen Kennzeichnung und Bezettelung

  • Mitführen eines Feuerlöschgerätes

  • Verladung vorzugsweise in offenen oder belüfteten Fahrzeugen

  • Verbot von Feuer und offenem Licht

  • Bei Ladearbeiten herrscht Rauchverbot

  • Beachtung der Vorsichtsmassnahmen bei Nahrungs-, Genuss- und Futtermitteln bei giftigen Gasen

  • Schutz gegen Beschädigung durch ausreichende Ladungssicherung

  • Mitführen eines Beförderungspapiers

  • Unterweisung des Fahrzeugführers

  • Fahrzeug und Fahrzeugführer müssen den geltenden Vorschriften genügen (Betriebs- und Verkehrssicherheit, Ausrüstung)

Die oben aufgeführten Grundsätze gelten auch für den Transport von ungereinigten leeren Gasflaschen. In diesem Fall sind im Beförderungspapier abweichende Angaben zu den Versandstücken zu machen.

Bei Überschreitung der Freigrenze sind zusätzliche besondere Vorschriften zu beachten:

  • Mitführen von zwei Feuerlöschgeräten

  • Zusätzliche Schutzausrüstung wird benötigt

  • Der Fahrzeugführer benötigt eine ADR-Bescheinigung

  • Beförderungseinheit und ggf. Versandstücke (bei Verwendung von Containern) müssen besonders gekennzeichnet werden

  • Es gelten besondere Vorsichtsmassnahmen für Halten, Parken, Be- und Entladung

  • Ggf. Überwachung der Fahrzeuge

  • Mitführen eines Lichtbildausweises für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung

  • Beachtung besonderer Vorschriften für giftige Gase

  • Verbot der Einnahme von alkoholischen Getränken oder anderen Mitteln, die die dienstliche Tätigkeit beeinträchtigen


Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Alle zur Verfügung gestellten Informationen wurden sorgfältig recherchiert. Dennoch kann die DENIOS AG keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen übernehmen.


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