Sichere Handhabung und Lagerung von Desinfektionsmitteln

Sichere Handhabung und Lagerung von Desinfektionsmitteln

In der aktuellen Corona-Krise steigt der Bedarf an Desinfektionsmitteln. Betriebliche Hygienekonzepte wurden in kürzester Zeit umgesetzt, wodurch schlagartig grössere Mengen an Desinfektionsmitteln im Unternehmen anfallen. Bei Herstellern erhöhen sich die Produktionsmengen und einige Firmen gehen dazu über, Desinfektionsmittel für den Eigenbedarf selbst herzustellen.

Wenn neue Gefahrstoffe im Betrieb eingeführt werden, sich die Vorratsmengen erhöhen oder auch neue Prozesse zur regelmässigen Desinfektion der Räumlichkeiten initiiert werden, sind jedoch einige Punkte zu beachten. Haben Sie zum Beispiel schon Ihr Gefahrstoffverzeichnis aktualisiert? Anhand unserer Checkliste können Sie prüfen, ob Sie an alle Gefahrstoff-Mindeststandards gedacht haben.

Mindeststandards bei Einführung neuer Gefahrstoffe oder Veränderung der eingesetzten Mengen Erledigt?
Gefährdungsbeurteilung erneuern

Eine Gefährdungsbeurteilung ist nicht nur vor der Aufnahme neuer Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchzuführen. Eine Aktualisierung ist auch bei Veränderung der betrieblichen Gegebenheiten erforderlich. Zum Beispiel, wenn sich die Mengen der Desinfektionsmittel ändern, mit denen umgegangen wird bzw. die gelagert werden müssen. Oder auch, wenn Verfahren im Umgang mit Desinfektionsmitteln geändert werden, sie nun beispielsweise neue Arbeitsbereiche oder Mitarbeiter betreffen. Aus der Gefährdungsbeurteilung sind entsprechende Schutzmassnahmen abzuleiten – z.B. zur sicheren Lagerung der Desinfektionsmittel.
Informationen ermitteln

Sie sollten die gefährlichen Eigenschaften der Stoffe und Gemische genau kennen, die im Betrieb verwendet werden. Entsprechende Herstellervorgaben zum fachgerechten Umgang und Gesundheitsschutz sind dabei unerlässlich. Der Hersteller ist verpflichtet, Ihnen ein Sicherheitsdatenblatt (SDB) mit diesen Informationen in deutscher Sprache zur Verfügung zu stellen. Falls Sie es noch nicht erhalten haben, sollten Sie es beim Lieferanten anfordern bzw. beschaffen. Innerbetrieblich hergestellte Stoffe oder Gemische sind selbst einzustufen.
Gefahrstoffverzeichnis aktualisieren

Führen Sie ein Verzeichnis der im Betrieb verwendeten Gefahrstoffe und verweisen Sie auf die entsprechenden Sicherheitsdatenblätter. Wenn ein neuer Gefahrstoff im Betrieb eingeführt wird, ist dieser hinzuzufügen. Notieren Sie auch die eingesetzten Mengen sowie die Arbeitsbereiche, in denen Beschäftige dem Gefahrstoff ausgesetzt sein können.
Substitutionsprüfung durchführen

Prüfen Sie, ob ein eingesetzter Gefahrstoff nicht durch einen weniger gefährlichen Ersatzstoff ersetzt werden kann oder ob alternativ die Anwendung eines Arbeitsverfahrens möglich ist, von dem weniger Risiken ausgehen. Beim Einsatz von Desinfektionsmitteln werden sich praktisch zwar wenig Alternativen finden – trotzdem sollten Sie die Substitutionsprüfung in Ihrer Dokumentation formell festhalten.
Mengengrenzen prüfen

Bei der Lagerung von Gefahrstoffen wirken sich die gelagerten Mengen auf die geforderten Schutzmassnahmen aus. Haben sich die Vorratsmengen in Ihrem Betrieb erhöht, sollten Sie prüfen, ob die bisherigen Schutzmassnahmen noch ausreichen oder ob Sie die festgelegten Mengengrenzen nun überschreiten.
Zusammenlagerungsverbote beachten

Haben Sie einen Gefahrstoff neu im Betrieb eingeführt, kann dieser nicht ohne Weiteres im bestehenden Lager untergebracht werden. Prüfen Sie daher unbedingt, ob Zusammenlagerungsverbote mit vorhandenen Stoffen bestehen.
Mitarbeiter unterweisen

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter die gefährlichen Eigenschaften der Gefahrstoffe kennen, mit denen sie zu tun haben. Sie müssen wissen, wie die Stoffe fachgerecht eingesetzt werden und welche Massnahmen in Notfällen einzuleiten sind. Das Schulungsangebot der DENIOS Academy bietet hier viele Möglichkeiten.
Behälter kennzeichnen

Gefahrstoffe müssen im Betrieb zu jeder Zeit klar identifizierbar sein. Desinfektionsmittel werden oft in Grossgebinden wie z.B. IBC angeliefert und anschliessend in kleinere Behälter abgefüllt. Nach dem Umfüllen sind auch die finalen Behälter eindeutig zu kennzeichnen. Praktisch: FALCON Sicherheitsbehälter werden standardmässig mit einem mehrsprachigen Sicherheitsaufkleber zur Inhaltskennzeichnung mit Gefahrstoff-Symbolen gemäss GHS geliefert.
Auch Leergebinde fachgerecht lagern

Beachten Sie, dass Desinfektionsmittel-Behälter auch im entleerten Zustand noch Restmengen entzündbarer Flüssigkeiten enthalten und zur Bildung explosionsfähiger Luft-Gasgemische führen können. Bei der Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten gilt daher: Restentleerte, ungereinigte Behälter sind hinsichtlich der Schutzmassnahmen wie gefüllte Behälter zu betrachten.

 

 


Unsere Lösungen für einen gesetzeskonformen Umgang mit Desinfektionsmitteln


Die Fachinformationen auf dieser Seite wurden sorgfältig und nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet. Dennoch kann die DENIOS AG keine irgendwie geartete Gewährleistung oder Haftung, sei es vertraglich, deliktisch oder in sonstiger Weise, für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit weder gegenüber dem Leser noch Dritten gegenüber übernehmen. Die Verwendung der Informationen und Inhalte für eigene oder fremde Zwecke erfolgt also auf eigene Gefahr. Beachten Sie in jedem Fall die örtlich und aktuell geltende Gesetzgebung.


Wir beraten Sie gerne!

Benötigen Sie eine persönliche Beratung zur rechtssicheren Lagerung von Desinfektionsmitteln? Gerne helfen wir Ihnen die passende Auswahl für Ihren Bedarfsfall zu finden. Kontaktieren Sie uns!